AUS MEISTERHAND

QUALITÄTSARBEIT

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dann sind Sie bei uns genau richtig!

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Unsere Kompetenz garantiert meisterliche Beratung und Ausführung bei jedem Bauprojekt

Hippie, Biker, Papa – so würde ich mich selbst beschreiben. Aber auch als Handwerker aus Leidenschaft, als Zimmermann, der immer nach Verbesserung strebt, und als Naturfreund, der den Baustoff Holz schätzt und liebt.

Als Meister meines Faches gehört vor allem dem natürlichen Baustoff Holz mein Herz, die Arbeit als Restaurator spiegelt meine Liebe zum Fachwerkhaus wider. Bei jeder Zimmerer- und Dachdeckerarbeit brenne ich dafür, meinen Kunden größtmöglichen Wert zu verbauen und auf langlebige, natürliche Materialien zu setzen. Dabei fühlen meine Mitarbeiter und ich uns unserer Handwerkstradition verpflichtet und schaffen für Sie mit Expertise ebenso wie mit Herz und Hand.

Interview

Wenn deine Zimmerei ein Lied wäre, welches wäre sie dann?
Da ich persönlich eher in die Schiene Rockmusik einzuordnen bin, wäre es bestimmt etwas aus diesem Bereich. Allerdings bin ich ein bisschen ideenlos, was es konkret wäre. Auf jeden Fall nichts Klassisches oder Ruhiges und auch auf keinen Fall dieser YouTube-Mensch mit seinem „Ich und mein Holz“. (lacht)

Wobei Letzteres  ja doch passend wäre!
Ach, ich hatte da einmal einen Mitarbeiter, der fand das ganz toll und hatte das zwei Tage in Dauerschleife am Handy. Bis ich ihm irgendwann gesagt hab: Entweder du stellst das jetzt ab oder ich sorge dafür, dass dein Smartphone nicht mehr smart ist. (lacht)

Von welcher Musikband wärst du gerne ein Teil?
Da würde ich jetzt aus meinem angestammten Genre rausgehen und würde sagen: Pink Floyd! Weil die mich mit ihrer Musik von klein auf begleitet und geprägt haben.

Welche Art von Holz wärst du?
Eiche. Ganz klar Eiche.

Wohin wolltest du denn immer schon mal gerne reisen?
Also die Eiche ist schon ein sehr fest verwurzelter Baum, ne? (lacht)

Ich fand es eigentlich schon immer da schön, wo ich halt gerade war. Also das liegt jetzt nicht an der Heimatverbundenheit. Zum einen würd ich schon gerne einmal alles sehen, eigentlich würde mich alles interessieren und ich würde gerne alles mal gesehen haben. Ich bin aber zum anderen ein Mensch, den es eher in kältere Gefilde zieht, wenn es darum geht, dort länger zu bleiben oder auch dort leben zu wollen.

Wer sind deine Vorbilder? Und was hast du dir von ihnen abgeschaut?
Vorbilder habe ich in dem Sinne aktuell keine. (überlegt) Doch! Was die Lebensfreude betrifft, meine kleine Tochter. Ansonsten hatte ich in meiner Jugend auch keine einzelnen Leitbilder, ich wollte halt mal ein großer Musiker werden. Abgeschaut habe ich mir auf jeden Fall die Lebensfreude und das „den Moment genießen“. Von Musikern hab ich mir noch die Zielstrebigkeit abgeschaut. Ein großer Musiker wirst du nur durch Üben, Üben, Üben.

Wie würdest du deine Zimmerei in nur drei Wörten beschreiben?
Viel – zu – klein. (lacht)

Also zu groß soll sie gar nicht werden, aber im Moment ist schon noch einiges an Wachstum drin. Prinzipiell soll der Betrieb überschaubar bleiben, aber halt nicht viel zu klein.

Was bedeutet der Begriff „Handwerk“ für dich?
Für mich macht ein Handwerk aus, dass jemand in der Lage ist, mit seinen eigenen Händen etwas zu schaffen. Für mich bedeutet Handwerk Berufsstolz. Und Gewissenhacigkeit – von der Vorbereitung bis zur Ausführung. Denn ich habe im Handwerk gelernt: Je besser die Vorbereitung, desto besser das Ergebnis. Für mich bedeutet Handwerk Präzision.

Ein ganz großes Thema, das das Handwerk hat, ist das Imageproblem. Deswegen haben wir ja auch keine Auszubildenden. So müssen wir jetzt werben, werben, werben. Und dabei können wir erhobenen Hauptes davon berichten, wie toll unser Beruf ist. Und dass unser Beruf eine Berufung ist. Und dass wir das gerne machen. Und dass es eine tolle Sache ist. Leider haben wir in der Vergangenheit auch versucht, und tun es bis heute, uns gegenseitig mit aller Gewalt zu unterbieten. Wir zeigen keine Selbstwertschätzung mehr. Das ist unser Problem im Handwerk.

Was bedeutet für dich Tradition?
Tradition bedeutet für mich das Wissen um die eigene Herkunft und das Bewusstsein, dass ohne dieses Wissen keine richtungsweisende Zukunft möglich ist.

Was bedeutet es für dich, mit der Zeit zu gehen?
Es bedeutet, sich immer wieder neu zu erfinden und möglichst nicht auf Märkte zu reagieren, sondern agieren zu können. Im Sinne des Berufsstolzes heißt es aber auch, die Tradition zu wahren und sich bei allem In-die-Zukunft-Gehen der Wurzeln bewusst zu bleiben. Ich kann in die Zukunft gehen und dabei alle technischen Neuerungen mitnehmen oder mitentwickeln, darf dabei aber nicht vergessen, wie mein Handwerk entstanden ist.

Warum, denkst du, ist es wichtig, alte, traditionelle Gebäude zu erhalten?
Weil diese Tür und Tor zum Herkunftsbewusstsein sind. Sie zeigen uns auf, wo wir herkommen, wie man früher gelebt und gebaut hat. Das ist einfach Kultur. Ähnlich wie man sich Flora und Fauna nicht nur in Palmengärten und Tierparks anschaut, sondern sie auch in freier Wildbahn erhalten muss, so kann man Baudenkmäler auch nicht nur in Freilichtmuseen zusammensammeln und irgendwelche künstlichen Dörfer augauen. Die Häuser sollten auch in Stadtkernen erhalten werden, da sie dort ja auch oft den Charme ausmachen.

Was macht für dich den Charme von Fachwerkhäusern aus?
Für mich ist das ganz klar die Nachhaltigkeit, mit der damals schon gearbeitet wurde. Eine Nachhaltigkeit, von der wir heute oft träumen. Holzbau ist aus meiner Sicht einfach Vorreiter, da für mich nur da nachhaltig gebaut und gearbeitet wird.

Was ist dir im Umgang mit deinen Kunden wichtig?
Respekt und gegenseitiges Verständnis. Begegnung auf Augenhöhe. Ich würde mir wünschen, dass meine Kunden so mit mir umgehen, wie ich es mir zu eigen gemacht habe, prinzipiell mit allen Menschen umzugehen. Nämlich allen erst mal das Gute zu unterstellen. Leider hat heutzutage jeder das Gefühl, erst mal kontrollieren zu müssen, dass er nicht irgendwo über den Tisch gezogen wird. Das Problem ist dabei, dass die meisten hierzulande das Gefühl haben, dass sie dann über den Tisch gezogen werden, wenn jemand teurer ist als die anderen. Dabei verkennen die meist, dass es genau anders herum ist. Weil nämlich derjenige, der günstig anbietet, sein Geld ja auch irgendwo herhaben will, und irgendwo muss das ja eingespart werden.

Wie würdest du einem Kunden mit denkmalgeschütztem Haus erklären, dass es den Aufwand und die Bürokratie wert ist?
Ich denke, ich würde fragen, was ihn mit dem Gebäude verbindet. Wenn er zu mir kommt, will der in aller Regel erst mal wissen, wie es um den Zustand des Gebäudes bestellt ist. Er will wissen, ob er sich ein Kuckucksei ins Nest legt oder ob er über den Kaufpreis hinaus nur ein kalkulierbares Risiko an Mehrkosten für Sanierung oder Reparatur eingeht. Ich muss also in der Regel niemanden überzeugen, warum er kaufen sollte, sondern ich bin eher Berater und Experte, der eine Entscheidungshilfe bietet, welche die bereits getroffene Entscheidung nur noch untermauern soll.

Wobei hier für mich in der Argumentation auch wieder die Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Es kommen immer wieder Leute auf mich zu, die Baustoffe verarbeitet haben wollen, weil sie billig sind. Geschäumte Dämmstoffe zum Beispiel. Die sind superbillig und bringen gute Dämmwerte mit sich und viele Leute wollen sie deswegen haben und sind dann ganz erstaunt, wenn ich sage: „Nö, mach ich nicht. Ich bau Ihnen doch keinen Sondermüll ein. Entweder nehmen Sie das Geld in die Hand, um sich was Vernünftiges einzubauen, oder Sie suchen sich einen anderen.“ Stößt oftmals etwas sauer auf. Ist aber auch genau der Grund, warum ich jemandem empfehlen würde, ein historisches Gebäude zu kaufen: wegen des Wohnklimas, der Wohngesundheit und der nicht vorhandenen Sondermüllbaustoffe. Kurz gesagt: aufgrund der Nachhaltigkeit und des Grundsteins, der in diesen Häusern geboten ist, um auch zukünftig nachhaltig zu wirtschacen, sowohl bei der Nutzung als auch bei der Sanierung und Instandhaltung. Hier haben synthetische Baustoffe einfach nichts verloren.

Was verstehst du unter dem Begriff Team?
Ein Team ist eine Gruppe von Leuten, in der jeder seinen Teil der Arbeit macht und damit die anderen unterstützt. Ein Team ist für mich etwas, das in Eigenregie funktionieren sollte, weil jeder weiß, was er zu tun hat, und jeder versucht, den anderen zu unterstützen.

Wie entsteht aus einer Gruppe von Mitarbeitern ein Team?
Egodenken abschalten, Ergebnisorientierung einschalten und die gegenseitige Unterstützung fördern.

Welches Motto würde zu deinem Team passen? Oder welches Wort würde deine Beziehung zu deinen Mitarbeitern am besten beschreiben?
Mein Motto ist „Wir lösen Ihr Problem!“, wir sind Problemlöser. Wir sorgen dafür, dass Planungssicherheit auch in der Sanierung geht. Wir sorgen dafür, dass das Denkmal erhalten bleibt. Wir sind dazu da, die Probleme unserer Kunden zu lösen. Dabei beschreibt das Wort Vertrauen meine Beziehung zu meinen Mitarbeitern am besten.

Was ist dir bei der Auswahl von Aufträgen und Auftragspartnern wichtig?
Nun, das ist einerseits die Zuordnung zu den Kerngebieten unseres Angebotsspektrums. Ich lehne also konsequent Aufträge ab, die eben nicht in diese Schublade passen. Ausschlusskriterien sind etwa die Verwendung nicht nachhaltiger Produkte und Baustoffe, wie zum Beispiel geschäumter Dämmstoffe, Folien und dergleichen. Aber auch Projekte, deren Ergebnis nicht meinen ästhetischen Anforderungen an ein Gebäude entspricht. Ein Beispiel? Quadratisch – praktisch – hässlich, also die vielerorts wie Pilze aus dem Boden schießenden „Flachdachquader“. Für mich werden Projekte reizvoller, je mehr sie Kinderbildern gleichen: überschaubar in der Größe, mit Steildach, kleinen Fenstern und gerne auch ein wenig windschief. Wobei es natürlich gerne auch mal eine Kirche sein darf. (lacht)

Wichtig ist natürlich auch, dass die Projekte zur Betriebsgröße und auch zur Betriebsausstatiung passen. Wir haben zwar vor gar nicht allzu langer Zeit ein 980-m²- Kirchdach umgedeckt – zu dritt! – und das hat dank guter Planung auch sehr gut funktioniert, aber das kann natürlich nicht die Regel sein.

Ja und das Allerwichtigste: Der Kunde sollte natürlich schon auch zu uns passen. Ich meine, das ist doch eigentlich ganz klar. Nicht jeder kann mit jedem und mit mir schon mal gar nicht. Es gibt eben einfach Menschen, die mit mir nicht können. Glücklicherweise sind das meistens auch die Menschen, mit denen ich nicht kann. Ich bin geradeheraus, offen und direkt. Manchmal vielleicht auch ein bisschen zu direkt, aber das bin eben ich. Da kann und will ich auch gar nicht aus meiner eigenen Haut heraus, ist ja schließlich meine einzige. Die Erfahrung hat gezeigt, dass offene, ehrliche Kunden, solche, die nicht sowieso alles besser wissen und sich nur nicht selbst die Finger schmutzig machen wollen, sondern eben die, die einen Rat vom Fachmann gerne annehmen, auch wenn er vielleicht nicht unbedingt zu den eigenen Vorstellungen passt, die Menschen sind, die recht gut zu uns passen. Das ist der Menschenschlag, mit dem wir erfahrungsgemäß gut harmonieren und aus tollen Baustellen außergewöhnliche Projekte mit herausragenden Ergebnissen entwickeln können. Andererseits halte ich es aber auch für immens wich:g, Menschen, bei denen ich mir sicher
bin, dass wir das angedachte Projekt nicht erfolgreich beenden können, als Kunden abzulehnen. Auch das gehört für mich zum verantwortungsvollen Umgang mit Menschen, die sich mit einem Bauprojekt beschäcigen und die damit einhergehenden Kosten zu stemmen haben.

Welche Projekte würdest du niemals annehmen?
Es gibt diese Neubau- und Umbaugeschichten, bei denen zum Beispiel Dachdämmungen aus geschäumten Baustoffen angedacht sind und, aus welchen Gründen auch immer, an dieser Ausführung festgehalten wird. Und da sage ich ganz klar: „Nein, das mache ich nicht.“ Wir haben so viel Mist gebaut in den letzten Jahrzehnten – also jetzt auf unseren Berufsstand bezogen, nicht auf mich, wobei ich mich da nicht ganz rausnehmen will, ich bin auch nicht fehlerfrei, aber ich versuche, überall, wo es irgendwie geht, auf Kunststoffe oder mineralölbasierte Stoffe zu verzichten. Natürlich kommt man bei den heutigen Anforderungen nicht immer um Bauchemie herum und je neuer das Gebäude, umso schlimmer, von daher versuche ich, diese Projekte alle abzulehnen. Diese geschäumten Dämmstoffe sind für mich einfach das Paradebeispiel. Billig, hochwirksam, aber keiner weiß, wie das in 20 Jahren entsorgt werden soll.

Was ist dein Traumprojekt? Für welches Zimmererprojekt schlägt dein Herz?
Das wechselt. Weil man will ja immer das haben, was man gerade nicht hat oder gerade nicht haben kann. Auf jeden Fall sind es Projekte, die sich in der Denkmalpflege – im Fachwerkhausbereich – bewegen, oder aber Projekte in der Garten- und Grundstücksgestaltung, wie zum Beispiel ein Brückchen über den Teich oder den Bachlauf, ein Pavillon dazu oder ein Kaminholzdepot. Das ist halt mein Ding.

Wir können viel und daher habe ich gerne Projekte, bei denen auch viel Können abgerufen wird. Projekte, die abwechslungsreich und vielsei:g sind. Also quasi die Zimmererarbeit, die Dachdeckerarbeit, die Spenglerarbeit – über den Tellerrand rausgucken und schauen, was drum herum so gemacht werden muss. Wir sind Spezialisten in Sachen Fachwerkhaus, Zimmerei, Dachdecken und Sanierung, dennoch scheuen wir uns auch nicht, Arbeiten abzugeben. Denn was andere besser können, geben wir an entsprechende Spezialisten ab.

Wenn es um deinen Beruf geht, was liebst du daran besonders?
Die Vielfältigkeit. Den Werkstoff Holz. Die Naturverbundenheit: Wir sind 365 Tage am Stück draußen, egal bei welcher Witterung. Und die Klamotten sind auch recht schick.

Auf welchen Aspekt deiner Arbeit könntest du verzichten?
Da kann ich die gleiche Antwort wie vorher geben. Die Vielfältigkeit kann einen mitunter doch schon sehr belasten oder einem auf die Nerven gehen. Der Werkstoff ist auch nicht immer so toll, wenn man sich mal einen Fünf-Zentimeter-Spreißel irgendwo in den Unterschenkel reingerammt hat. Oder wenn einem mal so ein schweres Holzstück auf die Finger gefallen ist, macht das nicht unbedingt Spaß. Die Naturverbundenheit: Bei minus 10 Grad draußen rumzurennen und irgendwelche Löcher zu flicken ist nicht schön und bei 40 Grad auf einem Dach zu sitzen und einen schwarzen Ziegel zu verdecken macht auch keinen Spaß. Also alles, was ich positiv anführen kann, muss ich auch negativ anführen. Aber ich glaub, das macht auch irgendwo so ein klein wenig den Reiz aus – dieses Wechselspiel. Und klar: Die Klamotten sind bei 40 Grad im Schatten auch nicht toll – Schwarz ist dann eher doof. (lacht)

Was ist deine Traumvorstellung für deinen Betrieb?
Mein Betrieb funktioniert ohne mich. Also ich werde für meinen Betrieb ausschließlich dazu benötigt, ihn zu leiten und zu lenken, neu zu erfinden, neue Produktschienen zu entwickeln, neue Ideen zu haben und umzusetzen.

Aber wenn dein Betrieb von alleine laufen würde, würdest du nicht auf der faulen Haut liegen?
Nein! Ich habe jede Menge zu tun! Also ich würde von Haus aus eher drei Wochen durch den Wilden Kaiser laufen, als mich an den Strand zu legen, aber nein, es gibt für mich jede Menge zu tun. Selbst wenn das Tagesgeschäc von alleine laufen würde. Ich bin im Moment in meinem Betrieb auch Fachkrac und würde gerne am Ende ausschließlich Unternehmer sein. Das heißt, ich stehe dann selber nicht mehr an erster Front, sondern habe kompetente Mitarbeiter,
die das übernehmen.

Du hast vom Wandern gesprochen. Wo gehst du denn besonders gerne wandern?
Ich geh im Wilden Kaiser, ich wandere um den Chiemsee rum, das ist mir ziemlich egal. Also Wald ist schon mal sehr toll. Der Deutsche an sich ist ja sehr waldverbunden und da bin ich keine Ausnahme. (überlegt) Gut, völlig egal ist es mir dann doch nicht, weil ich jetzt nicht durch Städte wandern würde. Das ist sicher mal ganz toll, aber in aller Regel halte ich es in einer Stadt nicht länger als fünf Stunden aus. Also Hauptsache Natur – da ist es dann egal – vom Wattenmeer bis zur Zugspitze mag ich alles.

Holz begleitet mich nicht nur durch meinen Arbeitsalltag. Bei einem Spaziergang durch den Wald kann ich richtig abschalten.

Raab Denkmalpflege steht für Nachhaltigkeit im Bauhandwerk. Fast alles, was wir verbauen, wächst wieder nach. Und wir verwenden Materialien, die auch irgendwann wieder mit gutem Gewissen entsorgt werden können.

Welche Überzeugungen stehen hinter deiner Zimmerei?
Da ist die Nachhaltigkeit. Der Ökostempel – dank Naturbaustoffen und nachhaltig gewonnener Baustoffe-, bis auf Lehm wächst eigentlich alles nach, was wir verbauen. Bis natürlich auf Folien und Klebebänder, die wir noch verwenden müssen. Wobei, gerade im Bereich Fachwerkgebäude und denkmalgeschützte Gebäude ist das ja nicht so, deswegen sind wir da ja verstärkt tätig. Wir sind interessiert an Zukunftsgestaltung, glauben an die Wichtigkeit von Traditionsbewusstsein.

Ich würde mich außerdem gerne einem weiteren Projekt widmen: der Ausbildung von guten Handwerkern. Dabei will ich Werte vertreten, die der typische Deutsche von der Weltbevölkerung nachgesagt bekommt. Die wir zwischenzeitlich allerdings teilweise verloren oder abgegeben haben. Wir schaffen es einfach nicht, zu unterscheiden zwischen den Situationen, wo wir lockerer sein sollten, und denen, in denen unsere Detailverliebtheit, Genauigkeit und Pünktlichkeit gefragt ist. Wir geben einfach die falschen Attribute ab. Das fängt bei der Genauigkeit und Pünktlichkeit an und geht bis hin zu unserer schönen, dialektreichen Sprache.

Wo sollte man sich deiner Meinung nach denn etwas lockerer machen?
Ich persönlich würde mich gerne viel lockerer machen, was die Akzeptanz von Fehlern betrifft. Wobei es aber auch viel einfacher ist, einen Fehler zu akzeptieren, wenn seitens meiner Mitarbeiter der Wille zur Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit da ist. Es ist ganz klar, dass die Fehlerakzeptanz gering ist, wenn du siehst, dass sich einer keine Mühe gibt. Wenn du siehst, dass jemand sehr genau und gewissenhaft ist und versucht, nach Perfektion zu streben, und ein Fehler passiert, dann ist die Akzeptanz da eher gegeben. Ich sag immer: Nur durch das Streben nach Perfektion kannst du dich verbessern. Perfektion wird zwar nie erreicht, das muss auch klar sein. Und auf dem Weg dahin gehören Fehler dazu. Ich muss mich da aber oft noch etwas lockerer machen, wenn es darum geht, das zu akzeptieren. Und auch im Streben nach Perfektion sollte man es nicht übertreiben, man muss locker genug bleiben und nicht zu verbissen werden.

Was hat dich dazu bewogen Zimmerer zu werden?
Im zarten Alter von drei Jahren hat mich mein Opa auf eine Baustelle mitgenommen. Da wurde ein Kirchendachstuhl erneuert. Ich war mit meinem Großvater auf dieser Baustelle und da sind die Mitarbeiter da oben rumgekraxelt und das war für mich, der ich damals als kleines Kind noch eine Perspektive von viel weiter unten hatte, sehr beeindruckend und imposant. Und ich habe wohl ab dem nächsten Tag im Kindergarten gesagt: Ich werde Zimmermann.

Und diese Entscheidung ist durch die ganze Kindheit und Jugend so geblieben?
Das ist so geblieben, ja. Zwischenzeitlich war auch der Musiker im Gespräch.

Machst du dann heute noch Musik?
Nein, zu meinem Leidwesen überhaupt nicht. Ich habe durch meine große Tochter mal wieder eine Klampfe in die Hand genommen und festgestellt: Es ist nicht wie Fahrrad fahren. Ich weiß noch, wie rum man das Ding hält, und stimmen kann ich sie noch. Auch das Gehör für den Ton habe ich noch, aber mehr als die Grundfähigkeiten sind nicht mehr da. Auch wenn es mir heute immer noch die Nackenhaare aufstellt, wenn jemand falsch pfeift. Meine musikalische Aktivität beschränkt sich im Moment auf das rhythmische Mittrommeln auf allem, was gerade so greigar ist.

Wann wurde dein Unternehmen gegründet und in welcher Form?
Ich bin Einzelunternehmer und habe 2006 gegründet. Damals war ich zusammen mit meinem jetzigen Mitarbeiter eigentlich angestellt, aber unser Chef meinte, entweder ich übernehme den Laden oder wir sitzen beide auf der Straße. Er hatte keine Lust mehr und wollte den Betrieb aufgeben. Ich hab gesagt: „Ich übernehme nicht, ich gründe selbst.“ Das war eine gute Entscheidung, denn so war ich unabhängig und frei, meinen eigenen Weg zu gehen.

Was ist dir aus der Anfangszeit besonders im Gedächtnis geblieben?
Lustigerweise war das die Erkenntnis, dass ich mir meine Kundschaft gut aussuchen muss, denn nicht jeder Kunde ist geeignet, mit mir zusammenzuarbeiten, und ich bin nicht der geeignete Partner für jeden Kunden.

Ich wollte Zimmermann werden, seit ich als kleiner Knirps mit meinem Opa eine seiner Baustellen besuchen durfte. Es imponierte mir, wie die Zimmerer auf dem Dachstuhl der Kirche herumgeklettert sind.

Ich bin wie eine Eiche, die wird auch nicht gleich vom ersten Sturm umgeweht. Dank dem Stolz, den ein Zimmerer so an sich hat, einem Dickschädel und der Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, habe ich auch in schwierigen Zeiten immer weiter gemacht.

Welche Ausbildung hast du erhalten?
Au weh! Also zunächst bin ich gelernter Zimmermann. Dann durfte ich bei der Bundeswehr durch die sogenannte „berufsnahe Verwendung“ meine Erfahrungen in einer technischen Pionierkompanie sammeln, man könnte sagen, das ist der Bautrupp beim Militär. Nachdem ich die erforderliche Gesellenzeit absolviert hatte, ging ich dann in Vollzeit zur Meisterschule nach Kassel, wo ich nach erfolgreicher Zimmermeisterprüfung auch die Weiterbildung zum geprüften Restaurator im Zimmererhandwerk erfolgreich absolvierte. Anschließend sammelte ich zwei Jahre Erfahrung als angestellter Zimmerermeister, um mich danach, wieder in Vollzeit, auf die Prüfung zum Dachdeckermeister vorzubereiten und, ebenfalls erfolgreich, die anschließende Meisterprüfung abzulegen. Man könnte das also durchaus als „praxisorientiertes Studium“ bezeichnen. (lacht)

Welche Ereignisse haben dich und dein Unternehmen geprägt?
Geprägt hat mich die Fastpleite. Ich bin am Anfang ins kalte Wasser gesprungen und habe aufgrund von zeitlichen Abläufen Förderungen nicht mitnehmen können. So habe ich dann mit null angefangen. Meinen Betrieb habe ich mit 50 Euro in der Tasche gegründet. Mit der Eintragung in die Handwerksrolle und der Gewerbeanmeldung war ich quasi schon verschuldet, zwar nur ein paar Euro, aber egal. So ging das dann bis knapp 250.000 Euro Minus runter. Das habe ich in viereinhalb bis fünf Jahren geschafft und habe dann genauso lange gebraucht, um da wieder rauszukommen.

Was hat dich weitermachen und nicht aufgeben lassen?
Der pure Trotz. Und mein Stolz. Ich habe gesagt: „Das geht nicht!“ Ich konnte und wollte das einfach nicht akzeptieren. Ich habe natürlich anfangs andere Leute dafür verantwortlich gemacht. Genauso musste ich aber irgendwann einsehen: Ich war selbst dran schuld und einfach zu leichtgläubig und naiv. Heute kann ich sagen, dass ich selbst dran schuld war, und von daher bin ich mehr als froh, dass ich so trotzig und stolz war, denn sonst wäre ich auch heute nicht so einsichtig, dass es diese Fastpleite gebraucht hat, um mich auf den richtigen Weg zu bringen. Durch das Weitermachen weiß ich einfach, dass ich es selbst in der Hand habe, und dank meiner Unnachgiebigkeit und meines Stolzes habe ich es ja auch wieder rausgeschafft. Ich bin mit meinem Betrieb daran gewachsen.

Hat dich außer der Fastpleite und dem Weg da raus noch etwas geprägt?
Mich hat außerdem geprägt, dass mein Betrieb schon einmal größer war. Wir waren zu siebt, aber dadurch bei Weitem nicht erfolgreicher. Da waren natürlich erst mal auch die bösen, unfähigen Mitarbeiter daran schuld. Mittlerweile weiß ich, dass es meine Führungsqualitäten waren, die zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht ausgereicht haben. Es hätte vielleicht ganz anders werden können. Die Leute, die ich damals hatte, hätten einen anderen Chef gebraucht. Wir haben einfach nicht zusammengepasst. Ich hätte selbstständigere Leute gebraucht, die mit mehr Eigenmotivation arbeiten und mehr Eigenverantwortung zeigen. Und meine damaligen Mitarbeiter hätten einen Chef gebraucht, der mehr und intensiver führt. Das ist auch so eine Erkenntnis, die auf jeden Fall ein Meilenstein für mich und mein Unternehmen ist.

Zum Abschluss: Wie würdest du dich selbst in drei Wörten beschreiben?
Hippie – Biker – Papa.